Vietnam – Von Hanoi nach Sa Pa

 

Sa Pa, ist die Hauptstadt des gleichnamigen Distrikts in Vietnams nordwestlicher Grenzprovinz Lào Cai und liegt hoch oben in den Bergen an einem See, umgeben von zahlreichen landwirtschaftlich genutzten Terrassen.

 

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Von Hanoi nach Sa Pa nimmt man den Zug, meistens jedenfalls. Er bringt den Touristen während der Nacht zum Zielbahnhof. Von dort geht es per Bus nach Sa Pa zum jeweiligen Hotel, sofern man dies mit gebucht hat. Viele Reiseanbieter, eigentlich jedes Hotel, bieten in Hanoi entsprechende Arrangements an. Allerdings sollte man die Angebote vergleichen, denn nicht selten stellen sich erhebliche Preisunterschiede für die gleiche Leistung heraus (wie eigentlich überall). Auch empfiehlt es sich, wenn man die Bahnfahrt antritt, sein Abteil selbst zu suchen, denn geschickte Lotsen nutzen das Gedrängel am Bahnsteig aus und tun so, als ob sie zu den Reiseanbietern oder zur Bahn gehörten, fragen nach dem Bahnticket und führen einen zum reservierten Abteil. Doch dann kommt die Überraschung, sie verlangen Geld, und das nicht zu knapp. Mit einem Dollar pro Person zeigen sie sich äußerst unzufrieden und werden pampig. Das ist Nepp und stieß uns unangenehm auf. Um diesem Ärger aus dem Weg zu gehen, sucht man sich den Wagon lieber selbst. Der Komfort des Nachtzuges ist bescheiden, die Toiletten in der Früh vor Ankunft verdreckt und verstopft. Es ist eben ein Erlebnis und wir haben schon schlimmeres erlebt. 

 

 

Die Hotels in Sa Pa sind ok, sie sind auf Tourismus eingestellt und bieten in unterschiedlichen Kategorien recht guten Service. Das gleiche gilt für eine Fülle von Restaurants und Cafés. Typisch für den Ort sind die vielen Massage-Salons mit seriösem Anstrich. Ob die Arbeitskräfte aber eine echte Ausbildung genossen haben, wage ich zu bezweifeln. 

 

 

Wir waren im März dort, was uns ein frühlingshaftes aber regnerisches Wetter bescherte. Entsprechend schlammig zeigten sich viele Wege. 

 

Wer Land und Leute in kurzer Zeit halbwegs kennenlernen will, der bucht besser einen Reiseführer/In, der/die einem die Gegend zeigt. Wir hatten diesbezüglich einen absolut guten „Fang“ gemacht. Eine junge  Englisch sprechende Einheimische, namens Shosho Laochai, hat uns zuvorkommend behandelt, hielt uns die meisten Straßenverkäufer vom Leib und lud uns sogar zu sich nach Hause ein.

 

Shosho findet man auch auf Facebook und Instagram, wo sie teils imposante Fotos postet. Wenn man dort stöbert, stellt man fest, dass Shosho auf eine große Fangemeinde zählen kann – und das zurecht. Die Wanderungen sind beeindruckend und man erfährt viel über die Bergstämme der Hmong, Red Dao und Tay. Leider entkommt man den vielen einheimischen Straßenhändlerinnen nicht gänzlich und sieht sich dann doch genötigt, eine Kleinigkeit, sei es ein Freundschaftsband oder eine Stirnbinde zu kaufen, zumal sich die Preise im Vergleich zu dem Bahnlotsen akzeptabel erweisen. Ruhe hat man dann aber noch keine, denn die, wie sie meinen, zu kurz gekommenen Händlerinnen fangen an zu diskutieren, warum man nicht bei ihnen gekauft habe. Man solle das doch nachholen. Mit etwas Charm und Standhaftigkeit zwängt man sich dann aber doch ganz gut durch den Schwarm von Verkäuferinnen, die wie Kletten an einem hängen, aber nicht die ätzende Aufdringlichkeit an den Tag legen wie es in arabischen, türkischen und afrikanischen Regionen der Fall ist. Erst allmählich lichtet sich der Pulk gackernder und kichernder Straßenverkäuferinnen. Man winkt entspannt und erleichtert, freut sich noch einmal glimpflich davongekommen  zu sein – diesmal.

Zumindest empfanden wir die Art der Warendarreichung nicht als aggressiv, was uns den Aufenthalt vermiest hätte. So konnten wir diese beeindruckende Region mit ihren freundlichen Bewohnern ungetrübt genießen. 

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