The worst case – Wie wichtig ist eine Reiseversicherung

Einer der unbeliebtesten Punkte bei der Reisevorbereitung, ist für die meisten wohl das Thema Reisekrankenversicherung.  Jeder befindet sich in Vorfreude auf den bevorstehenden Urlaub und macht sich Gedanken, was man am Zielort so alles anstellen kann. Welche Strände gilt es zu erkunden, welche Sportarten kann man vor Ort ausüben oder welche Art von Abenteuern kann man erleben. Auch wenn keiner es vorhat im Urlaub einen Unfall zu erleiden oder zu erkranken, so ist die Reisekrankenversicherung ein wichtiger Teil der gesamten Urlaubsplanung. Fehlt diese, kann es im Ernstfall schon mal extrem teuer werden, von lebensbedrohlichen Situationen wollen wir gar nicht erst reden.

Aber auch trotz einer abgeschlossenen Versicherung, wissen viele gar nicht wie man sich im Urlaub zu verhalten hat, wenn dann doch mal etwas passiert. Die ersten Fragen die oft auftauchen sind : Wo muss ich als erstes hin und wen muss ich unbedingt davon in Kenntnis setzen? Ist krank sein in Europa Ländern (aus Sicht einer Versicherung) das gleiche wie krank sein in fernen Ländern?

 

Also was tun, wenn etwas auf Reisen passiert?

 

Vorbereitung

Wichtigster Punkt ist erst einmal eine Reisekrankenversicherung abzuschließen. Welche dabei die richtige ist hängt vom Urlaubsziel und Dauer der Reise ab. Wichtig ist hier das man die Notfallnummer der ausgesuchten Versicherung immer griffbereit hat. Das heißt aber nicht nur im Handy einspeichern (ein Handy wird im Urlaub auch mal schnell geklaut) sondern die Nummer ebenfalls im Geldbeutel oder einer kleiner Tragetasche (am besten eine versteckte Umhängetasche) mit sich zu führen.

  1. Reisen innerhalb der EU

Ist man in Deutschland gesetzlich versichert, so gilt der Versicherungsschutz für die gesamte EU. Kosten fallen im Ernstfall in der Regel nicht an und jede wichtige Information oder Telefonnummer befindet sich hinten auf der Versichertenkarte. Allerdings sollte man sich trotzdem im Voraus bei seiner Versicherung erkundigen ob auch alle Leistungen für die EU inbegriffen (z.B. Rücktransport.) sind.

Wichtig ist auch zu erwähnen, dass ein Versicherungsanspruch nur für 6 Wochen im Jahr gilt. Wer länger ins europäische Ausland möchte sollte sich eine private Reisekrankenversicherung zulegen.

  1. Reisen außerhalb der EU

Sollte der Urlaub für Länder außerhalb der EU geplant sein, ist eine private Versicherung erforderlich. Hier hat man oft die Auswahl zwischen einer Versicherung nur für die Dauer der Reise oder gleich für ein ganzes Jahr.

Die HanseMerkur hat eine recht gute Reiseversicherung zu einem vernünftigen Preis (und man kann sie sogar bequem von zuhause online abschließen).

Wer Kunde bei der Mastercard oder einer anderen Kreditkarte ist sollte sich ebenfalls mal erkundigen. Oft sind Reisekrankenversicherungen als Bonus enthalten.

 

Hier finden Sie weitere Informationen über unterschiedliche Arten für Versicherungen im Urlaub

 



 

 

Der Weg zum Arzt

Gerade bei Reisen in entfernte exotische Länder sollte man vorher einen Arzt aufsuchen und sich über empfohlene Impfungen erkundigen.  Weitere Informationen zu diesem Thema findet man auf der Webseite des Tropeninstituts.

Wichtig ist es sich  auch Gedanken über die Aktivitäten am Urlaubsort zu machen. Hat man vor einen Tauchlehrgang zu besuchen, eine Bergtour auf einen 3000er machen oder die unterschiedlichen Tempel in Mexiko rauf und runter erkunden, wäre der Besuch bei einem Arzt im Vorfeld ratsam.

 

Individuelle Reiseapotheke

Bei Reisen in Länder mit einer guten Infrastruktur:
– Medikamente gegen Durchfall und Magen-Darm-Beschwerden (z.B. Kohletabletten)
– Schmerzmittel (bei Kopfschmerzen, leichten Gelenkbeschwerden usw.)
– ggf. Sonnencrème (in Deutschland meistens günstiger)
– ggf. Insekten-Repellent und Salbe gegen Mückenstiche (im Zielland oft günstiger und auch wirksamer)

 

Bei Reisen in exotische Gegenden oder Länder mit schlechter Infrastruktur
– Wund- und Heilsalbe
– Schmerzsalbe
– Desinfektionsmittel
– Antiallergikum
– Fieberthermometer
– Verbandszeug (Pflaster, Wundkompressen, Mullbinden, Schere, Pinzette und kleines Skalpell)

 

Wichtig: Wenn  regelmäßig verschreibungspflichtige Medikamente eingenommen werden sollten (z.B. Diabetiker), unbedingt einen ausreichenden Vorrat mitnehmen.

 

 

Erste Hilfe bei kleinen Reisekrankheiten

 

Schnittwunden

Kleinere Schnittwunden gründlich desinfizieren und anschließend  mit einem Pflaster oder einer Wundkompresse verbinden. Größere oder sehr stark blutende Wunden sollten in jedem Fall von einem Arzt versorgt werden.

 

Verstauchungen und Prellungen

Hier hilft manchmal nur Bettruhe und kühlen (Cool Pack). Ansonsten lindern eine  Schmerzsalbe und -mittel die Schmerzen.

 

Magen-Darm-Beschwerden

Ganz wichtig bei Magen-Darm-Beschwerden ist – Viel Trinken. Entsprechende Medikamente (Kohletabletten) und ausreichend Ruhe erledigen den Rest. Sollte nach 48 Stunden keine Besserung in Sicht sein, sollte man allerdings einen Arzt aufsuchen.

 

Kleinere Verbrennungen

Bei kleinen Verbrennungen die betroffene Stelle sofort für max. 20 Minuten kühlen. Evtl. bei Schmerzen ein Schmerzmittel einnehmen. Sollten sich Blasen bilden – Nicht aufstechen, sondern lieber kurz einen Arzt drüber schauen lassen.

 

 

Notfall

Akuter Notfall – Bei dem jede Minute zählt

Punkt eins – ab ins Krankenhaus. Alles andere ist in diesem Moment nebensächlich und kann später geregelt werden.

Wenn das schlimmste Überstanden ist, dann sollte man sich mit seiner Versicherung in Verbindung setzen um alles Weitere in die Wege zu leiten.

 

Bei allen weiteren ernsthaften Notfällen

Jede Reiseversicherung sollte eine 24/7 Notfallnummer haben. Über diese Nummer kann man sich mit seiner Versicherung absprechen wie man weiter vorgehen sollte, welches Krankenhaus oder welche Therapien angebracht sind (welche auch von der Versicherung abgedeckt sein sollten).

„Kleinere“ Leistungen wie ein Arztbesuch oder Medikamenten müssen oft vor Ort bezahlt werden. Man bekommt das Geld allerdings von seiner Versicherung wieder erstattet.

Größere Leistungen (Krankenhausaufenthalt, Operationen oder ein Rücktransport) wird in der Regel von der Versicherung direkt bearbeitet und bezahlt.